Als Lehrerin für Sonderpädagogik habe ich zunächst an verschiedenen Förderschulen gearbeitet. Im Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen war ich neun Jahre als Klassen-, Fach- und Förderlehrerin in Integrationsklassen der Gesamtschule Bonn-Beuel eingesetzt, danach noch zwei Jahre in einer Bonner Grundschule. Ich habe in Klasse 1 bis 10 Erfahrungen mit integrativem Unterricht sammeln können. Da in den Anfängen der Integrationspädagogik die Rollen (Unterrichten und Fördern) nicht fest zugeordnet waren, habe ich die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch in Klassen und Kursen unterrichtet.

 

Parallel habe ich, ausgebildet von der Bezirksregierung Köln, als Referentin für das Thema "Konflikte und ihre Bewältigung" an der Konzeptentwicklung mitgewirkt und GesamtschullehrerInnen fortgebildet.

 

Seit meinem Studium habe ich gern und oft an Fort- und Weiterbildungen teilgenommen, so habe ich klassisches und tiefenpsychologisch orientiertes Psychodrama gelernt und die Qualifikation des NLP-Master-Practitioner erworben.

 

Seit 1995 habe ich mich zur integrativen Lerntherapeutin weitergebildet. Die Arbeit in der Schule habe ich 1998 beendet, um als Lerntherapeutin und Referentin im Bereich schulischer Integration zu arbeiten.

 

Der Fachverband integrative Lerntherapie (FiL) e.V. hat strenge Qualitätskriterien für eine Weiterbildung und ständige Supervision und Fortbildung festgelegt. Tätige Lerntherapeuten können ihre Qualifikationen und die Ausübung ihrer Arbeit zertifizieren lassen. Dies habe ich 2005 getan. Seitdem arbeite ich im Vorstand des Fachverbandes mit. Seit März 2012 bin ich erste Vorsitzende des bundesweit tätigen Verbandes.

 

Im Jahr 2000 habe ich das Ginko-Institut für individuelle Lernkonzepte gegründet, in dem Kindern mit Lern und (Teil-)Leistungsstörungen im Rahmen von integrativer Lerntherapie unterstützt werden. Mein Schwerpunkt ist wie zuvor in der Schule die Mathematik. Schon immer hat mich interessiert, wie man Kindern das Rechnen nahe bringen kann, die besondere Erschwernisse haben, es zu lernen. Im Rahmen dieser Arbeit habe ich die BEO-Mengenbilder entwickelt und die Darstellung der Arbeit damit in vier Bänden veröffentlicht. Ich freue mich, dass die BEO-Mengenbilder in der Lerntherapie, in der schulischen Förderung und an manchen Schulen auch im regulären Unterricht eingesetzt werden. 

 

Mittlerweile ist mein Tätigkeitsschwerpunkt Fortbildung zu Diagnostik, Förderung und Förderkonzeptentwicklung, besonders im Bereich Dyskalkulie oder Legasthenie(-gefährdung). Voraussetzung meiner Arbeit ist für mich die ständige Beschäftigung und Auseinandersetzung mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen auf diesem Gebiet.

Mit Margit Widmann führe ich die Ginko-Akademie, in der wir mit vielen weiteren Referenten - sowohl praxiserfahren als auch an Universitäten tätig - umfassende Fortbildungsbausteine für Lerntherapie und schulische Diagnostik und Förderung anbieten. Seit 2007 haben wir einen umfassenden dreistufigen Weiterbildungsgang "Integrative Lerntherapie" eingerichtet, der Anfang 2012 vom Fachverband überprüft und zertifiziert wurde.

 

Im Raum Bonn habe ich an vielen Schulen bei der meist langfristigen Konzeptentwicklung der individuellen Förderung mitgearbeitet.

 

Mein Wunsch für die Zukunft ist, mich für die Entwicklung der Inklusion einzusetzen. Ich hoffe darauf, dass die Kinder, die besondere Schwierigkeiten mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen haben, in einem Unterricht, der sich an heterogene Gruppen richtet, mehr für sie passende Angebote erhalten. Ich hoffe darauf, dass Respekt für den Beitrag, den jedeR einzelne für die Gruppe leistet, immer mehr Kindern ermöglicht, sich in Schule wohlzufühlen, auch dann, wenn sie sich nicht im Durchschnitt bewegen.